Eine actionreiche Zeit in Vietnam

Vor mittlerweile fast zwei Wochen, am 29. Oktober habe ich schließlich China verlassen und bin nach Vietnam eingereist. Diesmal mit dem Bus. Im Gegensatz zu dem Nachtzug nach Hanoi, der ja für die nächsten 5 oder 6 Tage ausverkauft war, war der Bus weniger frequentiert und insgesamt war ich mit fünf anderen Reisenden, darunter zwei Deutschen, im Bus. Die Grenzüberschreitung ging daher relativ schnell und in Vietnam sind wir dann auch auf einen Minibus gewechselt.

Als ich auf dem Weg nach Hoi An aus dem Fenster schaute, fiel mir als einziger großer Unterschied zu China auf, dass ich plötzlich die Schrift lesen konnte. Als man in Vietnam nämlich um 1900 herum anfing, einer größeren Bevölkerungsgruppe das Lesen und Schreiben beibringen zu wollen, stelle man nämlich fest, dass das am sinnvollsten mit lateinischer Schrift ging – und so wurde damals „umgestellt“ von chinesischen Zeichen auf Lateinische Buchstaben (natürlich ergänzt um französische Accents, Accent-egus usw.). Die Straßen, Dörfer mit ihren kleinen Straßenständen und die Fahrzeuge wirkten ziemlich ähnlich.

In Hanoi angekommen habe ich aber feststellen müssen, dass die Vietnamnesen im Gegensatz zu den Chinesen ziemlich waghalsige Fahrer sind. Der Verkehr ist sowohl in Südchina als auch in Vietnam chaotisch – aber die Chinesen fahren (vermutlich aus Angst vor Unfällen) wenigstens verhältnismäßig langsam. Die Vietnamnesen drücken dagegen mal kurz auf die Hupe und preschen dann los. Es kam mir sogar noch schlimmer vor als in Indien.

Generell ist der Scooter oder das Motorrad DAS Verkehrsmittel: Es dient zum Transport von allem und wird natürlich auch dazu verwendet, sich drauf zu legen und ein Nickerchen zu machen. 😉

In Hanoi habe ich an meinem zweiten Tag Wolfgang getroffen und wir haben gemeinsam ein bisschen Sightseeing gemacht und in verschiedenen Museen etwas über die Geschichte Vietnams gelernt. Erstaunt hat mich dabei, wie sehr ich den Bogen spannen konnte vom Anfang meiner Reise in Russland bis nach Vietnam.

Die kommunistischen Ideologien des Staatshelden Ho Chi Minh orientieren sich stark an denen Lenins und nach der Erlangung der Unabhängigkeit nach Ende des Vietnamkriegs orientierte sich die Staatspolitik sehr an der Politik Russlands. Als beispielsweise Michael Gorbatschow in den 90er Jahren die Reformen zur Öffnung (Glasnost) und Restrukturierung (perestroika) auf die politische Agenda brachte, reagierte man in Vietnam darauf mit einer Wirschaftsreform. In Vietnam herrscht bis Heute noch eine Sonderform des Kommunismus vor, von der man aber als Reisender eher wenig mit bekommt.

Das Verhältnis von Vietnam zur früheren Imperialmacht China ist ziemlich spannungsgeladen, wohingegen das Verhältnis zu Frankreich sehr entspannt ist und sich auch das Verhältnis zur USA (nach dem Vietnamkrieg) wieder entspannt hat. Alles andere bitte googeln… 😉

Hier mal ein paar Eindrücke von Hanoi:

Vietnam ist das erste Land auf meiner Reise, in dem es wirklich so etwas wie eine Kaffeekultur gibt. Eine Spezialität aus Hanoi ist beispielsweise Caphe trung, ein Espresso mit Eischnee. Toll fand ich außerdem Caphe da, kalten Kaffee mit Kokosnussmilch… Beides ist nicht ganz kalorienarm aber dafür mega lecker.

ach knapp zwei Tagen in Hanoi ging es für uns beide weiter nach Cat Ba Island. Das ist eine Insel, die in etwa zwei Busstunden von Hanoi entfernt ist und direkt neben der weltbekannten Ha Long Bucht und ihrer etwas unbekannteren Schwester der Ha Lan Bucht liegt. Hier haben wir fünf Tage verbracht, an denen wir verschiedene Outdoor-Aktivitäten unternommen und die Insel erkundet haben. Ein Highlight war dabei ein zweitägiger Aufenthalt mit Übernachtung in der Ha Lan Bucht. Die Ha Lan Bucht ist weniger überlaufen als die Ha Long Bucht, außerdem leben hier noch die ursprüngliche aus der Region stammenden Fischerfamilien. Die Fischer wurden leider aus der Ha Long Bucht vertrieben, weil das „besser für den Tourismus“ ist.

Hier ein paar Bilder von den beiden Tagen in der Bucht und von Cat Ba Island

Nach dieser tollen Zeit auf der Insel (bei der ich übrigens beschloss habe, nächstes Jahr mehr Kletter-Urlaub zu machen 😉 ) ging’s weiter Richtung Süden. Diesmal, wie ganz am Anfang meiner Reise, mit dem Sleeper Bus. (und dieser Bus hatte wirklich sowas wie Betten)

Ziel der Nachtbusfahrt war Hue, das während der chinesischen Imperialzeit für ca. 150 Jahre als Hauptstadt diente. Viele Sehenswürdigkeiten und Monumente (teilweise nach dem Vietnamkrieg wieder aufgebaut) zeugen von dieser Zeit.

Nach Hue war es dann an der Zeit, ein bisschen Schwung in den Reisestil und ein neues Verkehrsmittel auf den Plan zu bringen. Bisher war ich unterwegs mit Bus, Zug, Taxi, zu Fuß, auf dem Pferderücken, mit Geländewägen und verschiedenen Rollern. Die Fahrt zur nächsten Destination Hoi An wollten wir auf dem Motorrad zurücklegen- als Sozius allerdings. Die Managerin von unserem Hostel in Hue stelle einen guten Kontakt zu sogenannten „Easy Ridern“ zur Verfügung, die uns auf ihren Motorrädern über den malerischen „Wolkenpass“ nach Hoi An fahren sollten. Inklusive Gepäck. Das hörte sich toll an!

Leider hatten wir nicht daran gedacht, dass Regenzeit war: An dem Tag, an dem die Tour statt finden sollte schüttete es frühs beim Frühstück wie aus Eimern und wir überlegten, ob es wirklich so eine gute Idee war, die Tour zu buchen… aber dann kamen zwei gut gelaunte Vietnamnesen an, packten uns und unsere Rucksäcke wasserdicht ein – und los ging’s… letztendlich würde das Wetter dann im Lauf des Tages auch besser und es war echt ein mega cooler Tag und eine tolle Tour.

In Hoi An, wo wir dann noch drei Tage verbracht haben, gab es dann auch einiges zu sehen. Die Altstadt ist noch sehr gut erhalten und gehört zum Unesco Weltkulturerbe. Außerdem ist Hoi An die Stadt der bunten Laternen und besonders nachts sind die Straßen der Altstadt damit mega schön dekoriert und beleuchtet.

Außer Sightseeing machten wir in Hoi An auch einen Kochkurs. Nach einer Tour über dem Markt, bei der die Zutaten besorgt wurden, durfte jeder von uns selbst an einem eigenen Gasherd ein paar Leckerbissen kochen. Hier mal meine „Ergebnisse“ (mir hat es sehr gut geschmeckt):

Mittlerweile ist die Zeit in Vietnam aber auch schon zu Ende und vor ein paar Stunden sind Wolfgang und ich in Siem Reap, Kambodscha gelandet – womit für mich die „flugfreie“ Zeit jetzt auch vorbei ist.

Die nächsten Tage werden wir Siem Reap und vor allem Angkor Wat anschauen und dann geht’s auch schon weiter nach Phnom Penh.

Die letzten zwei Wochen in China

Mehr als 5 Wochen ist es jetzt her, dass ich nach China eingereist bin und vor zwei Wochen habe ich Simon in Hefei verabschiedet.

In den zwei Wochen habe ich Shanghai und Hongkong besucht. Außerdem war ich nochmal in Yangshou- diesmal zum Klettern.

Von Shanghai hatte ich mir bedeutend mehr erwartet, als es dann tatsächlich zu bieten hatte. Das lag vielleicht daran, dass ich ein bisschen reisemüde war und schon ziemlich „satt“ von dem vielen, was ich bisher erlebt hatte. Aber vielleicht lag es auch daran, dass meine Cochsurfing-Übernachtung sich als absoluter Flopp erwiesen hat oder daran, dass ich tatsächlich auf einen doofen Touristen-trick, den sogenannten „Teahouse scam“ herein gefallen bin (einfach mal googeln, ich will das jetzt nicht erklären). Die ganze Zeit über war ich aufmerksam gewesen, nicht auf irgendwelche Tricks und Touristenfallen herein zu fallen und gleichzeitig hatte ich versucht, mich ein bisschen zu öffnen und nicht allzu misstrauisch zu sein. Vermutlich ein Fehler. Außer dem Geld, was mich dieser Trick gekostet hat (knapp 50 Euro), hab ich natürlich auch einiges an Vertrauen verloren. Auf so einen Trick herein zu fallen ist natürlich auch beschämend und erniedrigend und kratzt schon ein bisschen am Traveler-ego. Ich habe auch überlegt, ob ich es überhaupt im Blog erwähnen soll, mich dann aber dafür entschieden – um zu zeigen, dass eben nicht immer alles glatt läuft. Was mir so ein bisschen über den „Schock“ hinweg geholfen hat, war die Tatsache, dass vor mir schon einige andere auf diesen Trick hereingefallen sind- teilweise auch erfahrene Traveller. Aber es hat bei mir schon ein bisschen gedauert, um das zu verdauen.

Shanghai hat daneben aber natürlich auch einige schöne Seiten zu bieten. Beispielsweise den „Bund“ mit seiner tollen, weltbekannten Skyline.

Von der einen (bekannten) Seite:

Von der anderen Seite

Der Shanghai Tower und die Gegend um den Tower

Den Yu-Yu Garden, der ganz im chinesischen Stil angelegt ist.

Außerdem habe ich in Shanghai ein paar Leute kennen gelernt, die ich dann in Hongkong wieder getroffen habe.

…und außerdem hab ich meine Haare schneiden lassen ;). Vorher/ Nachher:

Doch zwischen Shanghai und Hongkong lagen 18 Stunden Fahrt in einem Nachtzug, diesmal 3. Klasse. Ich war aber eigentlich ganz froh, mal wieder Nachtzug fahren zu können und habe mich (gefühlt) den ganzen Tag nur auf meiner Liege (die oberste von drei) gefläzt, mich ein bisschen auf Hongkong vorbereitet und ansonst nicht viel gemacht. Das ist finde ich das tolle an langen Fahrten im Nachtzug: Man macht einfach mal nichts… Klar ist das im Bus oder mit einem Sitzplatz im Zug ähnlich, im Nachtzug ist es aber bequemer und man hat bedeutend mehr Bewegungsfreiheit.

Nach Hongkong musste ich übrigens quasi reisen, weil die 30 Tage, für die ich das Visum hatte, langsam zu Ende gingen und ich das Land verlassen musste, um ein zweites Mal nach China kommen zu können (wieder mit 30 Tagen Visum).

Hongkong war ca. 150 Jahre lang eine britische Kolonie, gehört aber offiziell seit 1997 wieder zu China. Allerdings befindet sich Hongkong gerade in einer 50-jährigen Übergangsphase, in der es seine freie Marktwirtschaft, das sozial- und das Rechtssystem beibehalten darf – das sogenannte „one country, two systems“ Prinzip.

Hongkong-Chinesen sprechen kein Mandarin sondern Kantonesisch und verwenden noch die traditionellen chinesischen Schriftzeichen, die (noch) komplexer sind als die vereinfachten chinesischen Schriftzeichen, die im Mainland China verwendet werden (es gab eine Schriftreform unter Mao Zedong). Hongkong hat außerdem eine eigene Währung, den Hongkong-Dollar uuuuuuund das Internet ist nicht zensiert!!! In Hongkong mussste ich mich also ein paar Tage nicht mit dem nervigen vpn herum kämpfen. Viel wichtiger ist aber, dass die Bewohner Hongkongs einen freien Zugang zum Internet und westlichen Medien haben.

Außerdem hat die ganze Stadt ein ziemlich britisch- internationales Flair. Während der britischen Kolonialzeit sind Händler und Geschäftsleute aus allen möglichen Ländern nach Hongkong gekommen und geblieben, das merkt man. Und er herrscht übrigens Linksverkehr und alte, rote Taxis dominieren den Verkehr – very british!

Gut gefallen an Hongkong hat mir außerdem, dass es sehr grün ist: über 70% der Fläche sind Wälder und Berge – das meiste davon in den „New Terotorries“ an der Grenze zu China. Man kann also innerhalb Hongkongs eine tolle Tageswanderung haben oder an einem der Strände chillen und dann abends ein gutes Essen und/oder das Nachtleben der Millionenstadt genießen. A propos Essen: Es gibt alles! Von typisch kantonesischem Essen und Dim Sun bis hin zu Italienisch, Indisch, Burgern… Ähnlich ist es mit Lebensmitteln: Ich habe in einem Geschäft sogar eine original Ritter Sport, importiert aus Deutschland, gefunden. Natürlich hat alles auch seinen Preis, aber dafür ist man dann halt in Hongkong…

Hier mal ein paar Eindrücke

Essen

Victoria Harbour

Aussicht vom Victoria Peak

Temple Street Night Market

Man Mo Tempel

„Rundfahrt“ mit einer doppelstöckigen Tram

Ausflug zur Lamma Insel zum Wandern und Baden

Mit ein paar Bekannten in der Ozon Bar (angeblich die höchste Bar der Welt)

Hongkong Flair

Ich muss sagen, dass mir persönlich die vier Tage in der Stadt fast zu wenig waren. Hongkong bietet so eine Fülle an Möglichkeiten… Aber ich bin begeistert von dieser Stadt und sollte es sich mal ergeben, werde ich auf jeden Fall gerne (wieder) einen Zwischenstopp dort machen. Das würde ich übrigens auch jedem raten: Wenn ihr mal die Möglichkeit habt, ein paar Tage in Hongkong zu verbringen – unbedingt machen!

Nach Hongkong ging es für mich weiter bzw. eigentlich zurück nach Yangshou. Simon und ich hatten nämlich bei unserer Radtour in Yangshou Kletterer gesehen und seitdem juckte es mir in den Fingern… Dazu muss man sagen, dass Yangshou als eines der größten Klettergebiete in Asien gilt.

Ich hatte ein bisschen Bedenken, dass ich ohne Equipment und mit meinen „schlechten“ Skills Schwierigkeiten haben könnte, überhaupt zu Klettern zu kommen. Außerdem war das Wetter schlecht und ich hätte mir irgendwo in Shanghai oder Hongkong eine Erkältung geholt. Aber ich wollte es trotzdem versuchen – und wurde belohnt! Nach zwei etwas gechillteren Tagen hatte ich insgesamt drei schöne Klettertage, habe viele nette, entspannte Kletterer aus aller Welt kennen gelernt und bin jetzt wieder richtig „heiß“ aufs Klettern. Der coolste Tag war dabei der letzte Klettertag, an dem das Wetter richtig gut war und wir mit einer großen internationalen Gruppe gemeinsam am Fels waren. Es waren Leute aus den USA, Schweden, Frankreich, Spanien, England, Israel, Kanada, China und natürlich ich aus Deutschland mit am Fels. Das war nochmal ein schöner Abschluss für mich.

Als schöner Abschluss hat sich im Nachhinein auch mein letzter Tag in China heraus gestellt. Morgens am 28. 10. habe ich einen Zug von Yangshou nach Nanning genommen und wollte dann von dort am gleichen Abend noch weiter mit einem Nachtzug nach Hanoi, Vietnam. Aber der Zug war leider bis zum 1. 11. ausgebucht… Ich hab dann aber herausgefunden, dass es gleich am nächsten Tag Busse nach Hanoi gibt und mir ein Ticket gekauft. Nachdem ich auch noch ein Hostel für die Nacht gefunden hatte, hab ich mich auf den Weg zum Decathlon gemacht. Also ich wusste, dass es einen Decathlon in Nanning gibt und auch die chinesische Adresse hatte ich- aber trotzdem musste ich ja noch hin kommen… Insgesamt bekam ich dabei Hilfe von drei Chinesen: Die Hostel-Angestellte, die mit mir 20 Minuten auf der Straße stand, um ein Taxi zu bekommen; der Taxifahrer, der nach ca. 15 Minuten Fahrt einfach partout kein Geld nehmen wollte und sogar ausstieg, um mir sehr umschweifend etwas zu erklären (was ich leider nicht verstand) und der Portier von dem Gebäude, bei dem ich schließlich raus kam. So viel Hilfe und Gastfreundschaft hatte ich noch in keiner chinesischen Stadt! Und irgendwie hat das ein bisschen für den doofen Touristen-Trick entschädigt. Für mich war es jedenfalls ein schönes Abschluss-Erlebnis.

Ein paar Bilder vom Decathlon und von Nanning (nein, die Mütze hab ich nicht gekauft ;))

Jetzt sitze ich in dem erwähnten Bus nach Hanoi. Die Grenze und damit China liegen hinter mir. Morgen, am 30. 10., treffe ich Wolfgang, meinen nächsten Reisepartner, der sich gerade noch auf dem Weg nach Vietnam befindet. Gemeinsam werden wir Vietnam, Kambodscha und Singapur bereisen und ja – ich werde wohl zum ersten Mal auf meiner Reise fliegen.

Der Süden Chinas – es wird wieder wärmer!

Gerade sitze ich im Zug nach Hefei und habe laute Musik auf den Ohren. Die Dame hinter mir isst nämlich so geräuschvoll, dass es mir beim Zuhören sonst ein bisschen schlecht wird…

Dabei habe ich mich bisher finde ich ganz gut geschlagen und den Anblick von Tierherzen, Tierleber und sonstigen zum Verkauf angebotenen toten und untoten Tieren und Tierbestandteilen ausgehalten. Eine kleine Auswahl, was man in China so isst: Schildkröten, Frösche (Bullfrogs), sämtliche Teile von Geflügeln inklusive Entenhirn, das man selbst aus dem Schädel pulen darf, Entenfüße, fermentierte Eier („tausendjährige Eier“) und natürlich alle Sorten von fermentierten Tofu (wobei der Tofu wenigstens vegetarisch ist). Hier würde ich gerne der Fantasie freien Lauf lassen und füge deshalb keine Bilder an…

Tatsächlich sind Simon und ich in den letzten Wochen ganz gut und ohne größere Fauxpas durch dieses Angebot an Essbarem gekommen. Einmal hatten wir versehentlich fermentierten Tofu bestellt und immer wieder haben wir „chopped Chicken“ – also Hühnchen mit Knochen (und einmal auch mit nem kompletten Kopf) erwischt und mussten kiefen.

Mehr über chinesische Lebensmittel und Zutaten durften wir außerdem in Chengdu bei einer Market-Tour mit anschließendem Kochkurs lernen. Hier mal ein paar Bilder.

Außerdem haben wir in Chengdu ein paar überzeugte Vegetarier besucht: Wir waren in der Giant Panda Breeding Reserve. Hier werden seit ca. 1975 Pandas gezüchtet, herangezogen und gehalten. Dies wurde notwendig, um dem sukzessiven Aussterben der bedrohten Tierart etwas entgegen setzen zu können – wobei die Population in der Breeding Base derzeit noch zu gering ist, um sowas wie Auswilderungsversuche zu starten.

Pandas pflanzen sich normalerweise sehr langsam fort: Die Weibchen sind nur wenige Tage im Jahr überhaupt fruchtbar. Wenn Sie schwanger werden und gebähren, gebähren sie meist Zwillinge, von denen aber in freier Wildbahn meist eines wieder verstoßen wird.

Bedenkt man das und die Tatsache, dass die natürlichen Lebensräume der Pandas immer mehr durch die immense Bautätigkeit (nicht nur in China) reduziert werden, ist klar, warum diese Tierart vom Aussterben bedroht ist.

Jetzt aber mal ein paar Panda-Fotos

Nach Chengdu ging es für uns weiter nach Guilin. Während es für uns in Chengdu bei ca. 20°C schon angenehm warm war (in Langmusi hatten wir ja teilweise unter 0°C), wurde es dann dort mit ca. 30°C nochmal richtig sommerlich!

Die Gegend um Chengdu ist für ihre Karstlandschaft bekannt, durch die sich verschiedene Flüsse (am bekanntesten der Li River) schlängeln. Außerdem gibt es in Gulin vier Seen, die ziemlich schön mit Uferpromenaden angelegt sind.

Während unserer Zeit in Guilin haben wir eine nächtliche Bootstour durch diese Seen sowie einen Ausflug ins nahe gelegene Yangshou und dort eine Fahrradtour gemacht.

Außerdem haben wir von Guilin aus auch einen Ausflug zu den Longji Reisterassen gemacht. Dabei handelt es sich quasi um eine Ansammlung von Dörfern, um die herum auf (sehr malerischen) Terassen Reis angebaut wird. Von A nach B kommt man dort am besten zu Fuß und auch unser Hostel war nur über einen 40-minütigen Fußmarsch zu erreichen. Also haben wir unsere großen Rucksäcke in Guilin gelassen und sind mit kleinem Gepäck los gezogen.

Die Landschaft war einfach faszinierend. Hier mal ein paar Eindrücke

Die Reisterassen sind scheinbar eine ziemliche Attraktion in China und so war auch nach der „Golden Week“ ziemlich viel los. An allen markanten Stellen standen Chinesen und machten Fotos (vorzugsweise Selfies). Wir wurden oft gefragt, ob wir ein Bild mit jemandem machen wollen. Allerdings ist es uns auch immer wieder gelungen, den Menschen zu entfliehen- so zum Beispiel bei einer längeren Wanderung zwischen den beiden Dörfern Dazhai und Ping An.

Die schöne/ faszinierende Landschaft und das angenehme Wetter haben mir sehr gut gefallen und insgesamt habe ich mich sehr wohl gefühlt – vielleicht auch weil mich diese Landschaft implizit ein bisschen an die Weinberge daheim erinnert hat ;)?!

Ob „Fremde“ wohl beim Anblick der stark flurbereinigten Landschaft eine ähnliche Faszination erleben, wie wir bei den Reisterassen? Ich denke schon – und werde versuchen, diese tolle Lanschaft (die ja meine Heimat ist) zukünftig mit noch etwas anderen Augen zu sehen.

Ein bisschen „gestärkt“ von dem tollen Wetter und den schönen Landschaften (Natur!) fahren wir nun nach Hefei. Simon wohnt dort und muss am Montag wieder arbeiten. Wir lassen unsere gemeinsame Reise dort gemeinsam ausklingen und ich fahre dann Morgen (am Sonntag, 14. 10.) gleich weiter nach Shanghai, wo mich meine erste Couchsurfing-Gastgeberin erwartet.

Angekommen in China

In der Nacht vom 20. auf den 21. September (nach genau einem Monat unterwegs) bin ich nach China eingereist und bin nun schon seit fast zwei Wochen in China.

In der Zeit habe ich mit Simon, den ich in Xi’an getroffen habe, ein paar sehr unterschiedliche Seiten des Landes kennen gelernt.

Mein erster Stopp (noch alleine) war Datong. Dort wollte ich mir, wie erwähnt, eigentlich ein hängendes Kloster ansehen. Da das aber geschlossen hatte, gönnte ich mir erst mal ein bisschen Ruhe. Die Einreise war relativ anstrengend, weil ich zweimal über 4 Stunden am Bahnhof warten musste.

Das erste Mal wartete ich mitten in der Nacht nach der Einreise, die diesmal über einen Schalter statt fand, am Bahnhof von Erlian zusammen mit hunderten anderen Reisenden (Touristen wie ich), die mit mir im Zug nach Peking saßen. Diese Wartezeit war der „Umspurung“ des Zuges geschuldet: Die Schienenbreite in der ehem. Sowjetunion ist eine andere als die in China (bzw. soweit ich weiß dem Rest der Welt). Das heißt, der gesamten Zug mit dem bestimmt 15 oder mehr Waggons musste an die neue Breite angepasst werden. Dafür mussten die Passagiere raus und es durfte auch niemand zuschauen.

Also saß ich da und wartete…

Lustigerweise hatte ich unterwegs ein paar andere Gruppen (u.a. drei Frauen aus England) kennen gelernt, die ich immer wieder am oder im Zug traf. Das machte das Warten dann weniger langweilig.

Die Passagiere, die bis nach Peking fuhren hatten nach der Weiterfahrt bis ca. 15 Uhr Zeit, sich auszuschlafen – aber ich hatte mich dazu entschlossen, den Zug schon in Jining in der Inneren Mongolei zu verlassen. Um 6 Uhr morgens nach 4 Stunden Schlaf oder so. Die Weiterfahrt nach Datong sollte gegen 11 erfolgen. Ich hatte mir vorgestellt, dass ich am Bahnhof evtl. einen Kaffee und irgendwelches Gebäck bekommen könnte – aber das war nicht so einfach. Und so wartete ich, mega müde, über 4 zähe Stunden und verschlang dabei meinen gesamtem restlichen Proviant (viel zu viel Snickers und noch dazu Ersnussbutterbrot 😉 ). Nach einer Überdosis an Ernussbutter lernte ich erfreulicherweise ein Paar aus den Niederlanden kennen, die auch nach Datong wollten. So hatte ich wenigstens etwas Unterhaltung…

In Datong machte ich wie gesagt erstmal nen ruhigen. Am nächsten Tag schaute ich mir noch den Huayan Tempel in der „Altstadt“ an.

Wobei das Wort Altstadt hier nicht wirklich zutrifft: Wie das in vielen chinesischen Städten der Fall ist, wurde die gesamte Altstadt abgerissen und wieder „wie alt“ aufgebaut. Da in der Region, wie eben in vielen anderen Regionen auch, früher intensiv Kohle abgebaut/verarbeitet wurde, ohne darauf auf die Umwelt zu achten, war die ursprüngliche Altstadt komplett mit Kohlestaub überzogen und nicht mehr ansehnlich. Und anstatt zu renovieren wurde eben abgerissen und wieder neu gebaut. „Illogical for sure, but this is China.“ schreibt dazu der Lonely Planet. Christoph Rehage dessen Buch „The longest way“ ich gerade lese (übrigens sehr empfehlenswert!), kommentiert das mangelnde Umweltbewusstsein und die „blinde Bauwut“ der Chinesen mit ähnlichem Unverständnis.

Jetzt aber trotzdem mal ein paar Bilder von der „Altstadt“ und dem Tempel:

Nach einem guten Tag in Datong ging’s für mich dann auch schon wieder weiter: Mit dem Nachtzug nach Xi’an.

Dort traf ich mich dann mit Simon und wir schauten uns erstmal die Stadt, und insbesondere die Stadtmauer an. Die Stadtmauer ist eine der wenigen vollständig erhaltenen in China. Sie wurde 1370 in der Ming Dynastie gebaut – wobei die Mauer natürlich zwischenzeitlich renoviert und teilweise wieder aufgebaut wurde.

Am Abend gingen wir dann noch ins Muslim Quarter. Als ehemaliger Endpunkt der Seidenstraße ist Xi’an ein Schmelztiegel der Kulturen und Religionen und hat auch eine große muslimische Bevölkerung. Früher war das muslimische Viertel wohl auch bekannt für die dort verkauften kulinarischen Spezialitäten. Mittlerweile ist es wohl eher ein bisschen in Richtung einer Streetfood-Fress-Meile mutiert. So war zumindest unser Eindruck, als wir uns zwischen den verschiedenen Ständen durchprobiert haben.

In Xi’an (bzw. eigentlich ein paar km entfernt von der Stadt) hatten wir am nächsten Tag noch DIE Sehenswürdigkeit vor uns: Die Terakotta Armee.

Vor über 2000 Jahren wurde diese Armee für Qin Shi Huang, den ersten Herrschers der China vereint hat, gebaut. Qin Shi Huang erwartete wohl, dass seine Herrschaft im Jenseits weitergeht und lies sich deshalb eine massive Armee aus Terakottafiguren bauen und sie quasi im Untergrund verstecken. Das tragische daran war, dass er die Arbeiter, die die Figuren machten gleich mit begraben lies (vermutlich weil niemand wissen sollte, wo sich diese Armee befindet). Die Arbeiter hinterließen aber ihre Spuren: Sie gaben den Figuren ihre Gesichter und auf manchen Figuren sind auch Signaturen der Arbeiter zu finden. So ist jede Figur ein Unikat. Entdeckt wurde die Armee übrigens erst 1974 eher zufällig von einem Bauern. Die meisten der Figuren würden im Laufe der Zeit zerstört, da quasi die Decke über den versteckten Räumlichkeiten einstürzte. Der Großteil der Figuren musd somit noch ausgegrabenen und wieder zusammen gebaut werden. Das kann noch bis zu 70 Jahren dauern. Also könnte ich quasi zu meinem 100. Geburtstag wieder nach Xi’an gehen und mir die vollständige Armee anschauen 😉

Während unserer Zeit in Xi’an besuchen Simon und ich außerdem noch das Tang Dinasty Theater, wo traditionelle Musik und Tänze aus der Tang Dynastie aufgeführt wurden.

Außerdem ließen wir uns zu einer traditionellen chinesischen Massage hinreißen. Für mich einmal und nie wieder: 60 Minuten lang wurden wir „malträtiert“ und ich musste mehrmals die Zähne zusammen beißen…

Nach Xi’an stand für uns ein Ausflug in die ehemals tibetische Region Amdo auf dem Plan. Einerseits hofften wir hier den Horden der „Golden Week“- Touristen zu entfliehen (in der ersten Woche im Oktober hat ganz China frei und ist unterwegs), andererseits war es eine willkommene Abwechslung zu den großen Städten.

Die ganze Region, die wir besucht haben war sehr hoch (ca. 3.000m und teilweise höher) gelegen und die Landschaften muteten schon vom Bus- Fenster aus leicht alpin an.

Zunächst waren wir für zwei Tage in Xiahe (Region Gansu), einer kleinen Stadt mit in etwa 65% tibetischer Bevölkerung. Xiahe ist insbesondere bekannt für das Labrang Kloster, in dem auch Heute noch 2.000 Mönche leben. Im Höhepunkt, vor der chinesischen Kulturrevulution, waren es fast 4.000 Mönche. (Kulturrevulution bitte googeln, das zu erklären wäre zu umfangreich. Ganz knapp erklärt, hat der Machthaber Mao in seinen letzten „Atemzügen“ im Amt, ca. um 1966, erklärt „Weg mit allem Altem!“, da er ein „Abrutschen in den Kapitalismus“ befürchtete. Die Kulturrevulution führte zu einer Zerstörung von Kulturschätzen, Vertreibung und Flucht von Intellektuellen, Zerstörung von Klöstern und vielem mehr.)

Die Klosteranlage des Labrang Kloster umfasst unter anderem eine 3 km lange Kora (Pilgerweg) mit Gebetsmühlen. Hier sind zu jeder Tageszeit Gläubige (nicht nur Mönche) zu treffen, die den Weg hinter sich bringen. Aber nicht nur das: Viele Gläubige praktizieren auch eine Art religiöse „Niederwerfung“ die fast so wirkt wie ein Ganzkörperworkout.

Wir haben natürlich das Kloster besichtigt und auch einmal den Pilgerweg absolviert. Außerdem haben wir kleinere Wanderungen in der Gegend um Xiahe gemacht.

Nach Xiahe ging es für uns weiter nach Langmusi, einer kleinen Stadt an der Grenze zwischen den Staaten Gansu und Sichuan. Auch Langmusi liegt im Gebiet Amdo und hat einen hohen Anteil tibetischer Bevölkerung. Außerdem ist es bekannt für die Trekking und Horse-Trekking Möglichkeiten, die es zu bieten hat.

An unseren ersten beiden Tagen machten wir mehrere Wanderungen um Langmusi herum. Ein Highlight hierbei war eine Begegnung mit Mönchen, auf einem „roten Fels“ über der Stadt. Als einer der Mönche sah, dass ich eine Kamera dabei hatte, startete er spontan ein Fotoshooting – mit sich als Model ;).

Bei einer weiteren Wanderung, diesmal durch ein ziemlich malerisches enges Tal, wurden wir von einer Gruppe Tibetern zum Tee eingeladen. Sie hätten uns wohl auch noch zu einer Nudelsuppe eingeladen, aber wir wollten die Gastfreundschaft (und unsere Mägen) nicht so sehr strapazieren.

Ein weiteres Highlight für mich war, dass ich zum ersten Mal einen Hot Pot probiert habe. In der Mitte des Topfes befinden sich heiße Kohlen und außen am Rand ein Sud in dem alle möglichen Leckerbissen schwimmen (Pilze, Kartoffeln, Rüben, Kohl, Tofuwürfel, Fleisch, Nudeln, Fleischbällchen…). Gegessen wird das ganze mit verschiedenen Soßen/ Dips.

Nach den zwei etwas ruhigeren Tagen in Langmusi ging es dann (auch) für uns auf einen 3-tägigen Horse-Trek. Während des Treks war es geplant, dass wir bei einer traditionellen Nomadenfamilie (mit im Zelt) schlafen und etwas von ihrem Leben mitbekommen. Die Anregung dafür, sowas zu machen habe ich von einem Blog bekommen. Hier wird ziemlich genau beschrieben, wie der Trek abläuft und wie das tägliche Leben der Nomaden aussieht (gibt auch ein echt tolles Video – da unbedingt mal drauf klicken!):

Auf´s Pferd gekommen- Pferdetrekking in Langmusi

Bei uns (außer Simon und mir noch ein US – Tschechisches Paar, das in Beijing lebt) war es ähnlich geplant – nur leider pfuschte uns am ersten Tag das Wetter ein bisschen rein: von anfänglichen schätzungsweise +5°C änderte sich das Wetter auf gut unter 0°C und starken Schneefall. Unser Guide machte schon länger Mittagspause mit uns – in der Hoffnung, dass das Wetter vielleicht besser wird. Aber es half alles nichts und so ging es in Ponchos gehüllt wieder aufs Pferd- für ein paar der kältesten Stunden meines Lebens… Es war wunderschönen und ich fühlte mich wie mitten in einem Fantasy- Film (oder vielleicht GOT 😉 ). Aber es war eben auch total kalt. Der Schnee wurde uns ins Gesicht und teilweise unter den Poncho geblasen, das schlimmste waren aber die Füße, weil der Schnee direkt darauf liegen geblieben ist.

Nach gut zwei Stunden (gefühlt wie vier Stunden) kamen wir bei unserer Unterkunft (dem Nomadenzelt) an und uns war nur noch nach Wärme… Wir kauerten um den Ofen, der nur mit Yak-Dung beheizt wird und versuchten irgendwie wieder warm und trocken zu werden. Selbst unserem Guide war es zu kalt. An ein „Mithelfen“ im Alltag, war für uns erstmal nicht zu denken – zumal dieser Alltag durch das Wetter ganz schön durcheinander gewürfelt wurde.

Aber es wurde besser. Am nächsten Tag blieben wir ziemlich lange im Zelt bis der Schnee zu schmelzen begann und konnten dann einen „Austritt“ zu dem Berg, der das eigentliche Tagesziel war, machen.

Abends konnten wir der Frau des Hauses beim Wasser holen helfen und sahen dabei zu wie die Fans eingetrieben und angeleint wurden.

Am letzten Tag war das Wetter am besten und wir konnten bei Sonnenschein zurück nach Langmusi reiten.

Insgesamt konnten wir in den 2 1/2 Tagen dann doch einiges vom Leben der Nomaden mitbekommen. Es ist besonders die Frau, die die Arbeit macht und sich um die Tiere kümmert, diese melkt und den Dung trocknet (das war bei uns so und ist wohl auch die Regel). Dafür steht sie frühmorgens auf und ihr Arbeitstag dauert bis nach Sonnenuntergang alle Tiere wieder zurück am Zelt sind und Abendessen gekocht ist.

Anders als bei der Tour durch die Mongolei lebten wir wirklich zusammen mit dem Ehepaar in deren Zelt und bekamen so alles hautnah mit (unser Guide war übrigens der Herr des Hauses, die Kinder sind ausgezogen, um zu studieren). Auch essenstechnisch würde für uns keine große „Extrawurst“ gemacht. Zu essen gab es hauptsächlich Gerichte, die auf viel Gemüse, viel zu viel Öl und vielleicht einem kleinen bisschen Dörrfleisch bestanden. Als Beilage gab es oft Fladenbrot. Da es in den Zelten keine Kühlmöglichkeit gibt und auch nicht jeden Tag jemand einkaufen kann, gibt es keine Lebensmittel, die einer Kühlung bedürfen (z.B. Fleisch). Simon und ich haben auch vermutet, dass Fleisch vielleicht einfach auch zu teuer ist.

Es ist ein sehr einfaches und auch mega tristes Leben, das wir miterleben durften, und wir freuen uns, dass wir nach diesem kurzen Einblick zurück kehren können zu fließend Wasser, Strom aus der Steckdose und beheizten Räumen.

Apropos beheizt: so richtig beheizt waren die Schlafräume in den Hostels in Amdo nicht. Dafür war jedes Bett mit einer Heizdecke ausgestattet, so war es unter der Decke schön warm, wenn man abet das Bett verlassen hat: brrrr…

Gerade befinden wir uns aber schon wieder auf dem Weg zu unserem nächsten Stopp Chengdu, wo wir nach über 9 Stunden Fahrt ankommen werden. In Chengdu ist es nicht nur rund 10 Grad wärmer als zB in Langmusi, wir haben uns jetzt auch mal ein Hotel (mit Pool, Sauna und Frühstück 🙂 ) genommen. Dort können wir uns ein bisschen von den nicht gerade gemütlichen letzten Tagen erholen.

Update: Mittlerweile sind wir in Chengdu und die Fahrt hat nicht 9, sondern 13 (!) Stunden gedauert – es ist eben „Golden week“. Heute haben wir den ganzen Tag im Hotel verbracht. Mal sehen, wann wir uns hier wieder raus trauen… 😉

Noch 50 Tage…

So langsam wird er ernst!
Heute sind es noch genau 50 Tage bis ich zu meiner Reise starte… ich stecke mittendrin in den Vorbereitungen:

  • Reiseroute (zumindest grob) planen
  • Visa organisieren
  • Züge buchen (für die Transsib)
  • Sachen besorgen, die ich mitnehmen will/möchte/muss
  • Meine Wohnung so herrichten, dass sie (hoffentlich) ein Zwischenmieter beziehen kann -> bitte gerne weitersagen meine Wohnung steht hier im Internet!!
  • Kyrillisch lernen

Daneben kommt noch, dass ich mich auch auf der Arbeit und auch im Freundes- und Familienkreis auf die Abreise vorbereite. Auf der Arbeit muss ich noch ein paar Themen zu Ende bringen und andere Themen an meine Kollegen abgeben. Ein paar Freunde will ich in den nächsten Wochen aus nochmal sehen, bevor es dann los geht…

Das schöne ist aber, dass jetzt mittlerweile schon so viel gebucht und organisiert ist, dass es kein Zurück mehr gibt: Am 20. August um 13:46 Uhr starte ich in Thüngersheim in mein Abenteuer!

Gerade mischen sich bei mir die verschiedensten Gefühle (Aufregung, Vorfreude, ein bisschen Angst, …). Die nächsten Wochen werden nochmal ein bisschen stressig – aber ich hab ja ein Ziel vor Augen! Und das lohnt sich! 🙂