Der Süden Chinas – es wird wieder wärmer!

Gerade sitze ich im Zug nach Hefei und habe laute Musik auf den Ohren. Die Dame hinter mir isst nämlich so geräuschvoll, dass es mir beim Zuhören sonst ein bisschen schlecht wird…

Dabei habe ich mich bisher finde ich ganz gut geschlagen und den Anblick von Tierherzen, Tierleber und sonstigen zum Verkauf angebotenen toten und untoten Tieren und Tierbestandteilen ausgehalten. Eine kleine Auswahl, was man in China so isst: Schildkröten, Frösche (Bullfrogs), sämtliche Teile von Geflügeln inklusive Entenhirn, das man selbst aus dem Schädel pulen darf, Entenfüße, fermentierte Eier („tausendjährige Eier“) und natürlich alle Sorten von fermentierten Tofu (wobei der Tofu wenigstens vegetarisch ist). Hier würde ich gerne der Fantasie freien Lauf lassen und füge deshalb keine Bilder an…

Tatsächlich sind Simon und ich in den letzten Wochen ganz gut und ohne größere Fauxpas durch dieses Angebot an Essbarem gekommen. Einmal hatten wir versehentlich fermentierten Tofu bestellt und immer wieder haben wir „chopped Chicken“ – also Hühnchen mit Knochen (und einmal auch mit nem kompletten Kopf) erwischt und mussten kiefen.

Mehr über chinesische Lebensmittel und Zutaten durften wir außerdem in Chengdu bei einer Market-Tour mit anschließendem Kochkurs lernen. Hier mal ein paar Bilder.

Außerdem haben wir in Chengdu ein paar überzeugte Vegetarier besucht: Wir waren in der Giant Panda Breeding Reserve. Hier werden seit ca. 1975 Pandas gezüchtet, herangezogen und gehalten. Dies wurde notwendig, um dem sukzessiven Aussterben der bedrohten Tierart etwas entgegen setzen zu können – wobei die Population in der Breeding Base derzeit noch zu gering ist, um sowas wie Auswilderungsversuche zu starten.

Pandas pflanzen sich normalerweise sehr langsam fort: Die Weibchen sind nur wenige Tage im Jahr überhaupt fruchtbar. Wenn Sie schwanger werden und gebähren, gebähren sie meist Zwillinge, von denen aber in freier Wildbahn meist eines wieder verstoßen wird.

Bedenkt man das und die Tatsache, dass die natürlichen Lebensräume der Pandas immer mehr durch die immense Bautätigkeit (nicht nur in China) reduziert werden, ist klar, warum diese Tierart vom Aussterben bedroht ist.

Jetzt aber mal ein paar Panda-Fotos

Nach Chengdu ging es für uns weiter nach Guilin. Während es für uns in Chengdu bei ca. 20°C schon angenehm warm war (in Langmusi hatten wir ja teilweise unter 0°C), wurde es dann dort mit ca. 30°C nochmal richtig sommerlich!

Die Gegend um Chengdu ist für ihre Karstlandschaft bekannt, durch die sich verschiedene Flüsse (am bekanntesten der Li River) schlängeln. Außerdem gibt es in Gulin vier Seen, die ziemlich schön mit Uferpromenaden angelegt sind.

Während unserer Zeit in Guilin haben wir eine nächtliche Bootstour durch diese Seen sowie einen Ausflug ins nahe gelegene Yangshou und dort eine Fahrradtour gemacht.

Außerdem haben wir von Guilin aus auch einen Ausflug zu den Longji Reisterassen gemacht. Dabei handelt es sich quasi um eine Ansammlung von Dörfern, um die herum auf (sehr malerischen) Terassen Reis angebaut wird. Von A nach B kommt man dort am besten zu Fuß und auch unser Hostel war nur über einen 40-minütigen Fußmarsch zu erreichen. Also haben wir unsere großen Rucksäcke in Guilin gelassen und sind mit kleinem Gepäck los gezogen.

Die Landschaft war einfach faszinierend. Hier mal ein paar Eindrücke

Die Reisterassen sind scheinbar eine ziemliche Attraktion in China und so war auch nach der „Golden Week“ ziemlich viel los. An allen markanten Stellen standen Chinesen und machten Fotos (vorzugsweise Selfies). Wir wurden oft gefragt, ob wir ein Bild mit jemandem machen wollen. Allerdings ist es uns auch immer wieder gelungen, den Menschen zu entfliehen- so zum Beispiel bei einer längeren Wanderung zwischen den beiden Dörfern Dazhai und Ping An.

Die schöne/ faszinierende Landschaft und das angenehme Wetter haben mir sehr gut gefallen und insgesamt habe ich mich sehr wohl gefühlt – vielleicht auch weil mich diese Landschaft implizit ein bisschen an die Weinberge daheim erinnert hat ;)?!

Ob „Fremde“ wohl beim Anblick der stark flurbereinigten Landschaft eine ähnliche Faszination erleben, wie wir bei den Reisterassen? Ich denke schon – und werde versuchen, diese tolle Lanschaft (die ja meine Heimat ist) zukünftig mit noch etwas anderen Augen zu sehen.

Ein bisschen „gestärkt“ von dem tollen Wetter und den schönen Landschaften (Natur!) fahren wir nun nach Hefei. Simon wohnt dort und muss am Montag wieder arbeiten. Wir lassen unsere gemeinsame Reise dort gemeinsam ausklingen und ich fahre dann Morgen (am Sonntag, 14. 10.) gleich weiter nach Shanghai, wo mich meine erste Couchsurfing-Gastgeberin erwartet.

2 Gedanken zu „Der Süden Chinas – es wird wieder wärmer!“

  1. Tatsächlich sehen die reisterrassen ein wenig wie unsere Weinberge aus. Dawider wahrscheinlich neben Reis auch viel Gemüse gegessen. Insgesamt freue ich auf deine Berichte wenn du wieder daheim bist. Freue schon!!

    1. Jain, es gibt zwar schon viel Gemüse – aber so richtig gesund ist es dann trotzdem nicht, weil das Gemüse entweder in einer mächtigen Soße schwimmt oder frittiert wurde (beim Kochkurs in Chengdu haben wir tatsächlich Bohnen frittiert!).

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