Kambodscha und Singapur

Meine Zeit in Südostasien ist mittlerweile vorbei. Ich bin seit zwei Tagen in Japan, möchte aber noch berichten, wie die letzten beiden Wochen waren.

Zunächst einmal sind wir am 11. November von Da Nang (Vietnam) nach Siem Reap (Kambodscha) geflogen. Für mich der erste Flug nach 12 Wochen! Natürlich ging am Flughafen gleich was schief und die Airline hatte mich nicht auf der Passagierliste stehen. Nachdem ich ca. 30 Minuten am Checkinschalter stand, wurde dann aber auch dafür eine Lösung gefunden… also war ich nicht mehr vom Fliegen abzuhalten…

In Kambodscha/Siem Reap haben wir uns natürlich die Tempelanlagen von Angkor Wat angeschaut. Diese Tempel sind in einem Zeitraum vom 8. bis zum 13. Jahrhundert entstanden, als das sogenannte Khmer Reich seinen Höhepunkt erreichte.

Es hat Spaß gemacht, durch die Tempelanlagen zu laufen und diese zu erkunden. In manchen weniger frequentierten Tempeln fühlte man sich fast ein bisschen wie Indiana Jones oder Lara Croft in Toomb Raider (für Toomb Raider I wurde übrigens in Angkor Wat gedreht!).

Hier mal ein paar Eindrücke.

Khmer, das ist aber nicht nur der Begriff für eine Epoche in der Geschichte von Kambodscha. Khmer fast quasi vieles der kulturellen Errungenschaften Kambodschas zusammen: So heißt die Sprache und Schrift beispielsweise Khmer und es gibt typisches „Khmer Food“.

Auf keinen Fall ist das aber zu verwechseln mit der wohl dunkelsten Epoche in der (zumindest jüngeren) kambodschanischen Geschichte: Der Schreckensherrschaft der „Khmer rouge“. Die Khmer Rouge „waren eine maoistisch-nationalistische Guerillabewegung, die 1975 unter Führung von Pol Pot in Kambodscha an die Macht kam und bis 1979 das Land totalitär als Staatspartei regierte“. (aus Wikipedia) Während dieser Zeit, die nicht ganz 4 Jahre dauerte, kam über ein Drittel der damaligen Bevölkerung Kambodschas (3 Mio von 8 Mio Menschen) um. Viele Menschen wurden grundlos gefoltert und dann umgebracht, andere wurden in Arbeiterlager aufs Land verschleppt, wo viele Menschen verhungerten. Das schlimmste ist, dass vieles was in dieser Zeit in Kambodscha passiert ist, von der Weltbevölkerung damals nicht wahrgenommen wurde. Viel schlimmer noch: auch nach ihrem Sturz in 1979 wurden die Khmer Rouge noch 10 Jahre lang von vielen Staaten (unter anderem Deutschland) als offizielle Partei/Regierung von Kambodscha anerkannt. Der Genozid der damals geschah wird noch bis Heute aufgearbeitet (in den letzten Wochen gab es erst einige Verurteilungen dazu).

In Phnom Penh gibt es zwei Gedenkstätten, die sehr eindrucksvoll von dieser Zeit berichten: Das ehemalige Foltergefängnis „S21“ (eine ehemalige Schule) und die „Killing Fields“. Wir haben beides besichtigt und viele Berichte gelesen und gehört. Beide Orte wirken an sich ganz friedlich und es ist schwer zu erahnen, was dort schreckliches geschehen ist. (deswegen poste uch keine Bilder)

In Phnom Penh gibt es (ähnlich wie in Bangkok) aber auch noch einen Palast, den wir besucht haben. Kambodscha hat einen König, von dem übrigens alle munkeln, dass er schwul ist.

Grundsätzlich ist es aber auch Heute nicht sehr gut um die politische Situation des Landes bestellt. Es gibt zwar (neben dem König) auch noch eine Regierung, diese ist aber von keinem Land offiziell anerkannt. Die Regierung bestellt sich seit 30 Jahren aus der selben Familie und ist hoch korrupt.

Nach Kambodscha ging es für uns (wieder mit dem Flieger) weiter nach Singapur.

Singapur ist im Gegensatz zu den Ländern, die ich vorher besucht habe ein „entwickeltes“ Land – was es aber trotzdem nicht weniger spannend macht! Singapur ist sowas von divers!

Neben Chinesen, die in etwa 80% der Bevölkerung ausmachen, leben in Singapur viele Malaien und viele Inder. Neben der offiziellen Amtssprache, Englisch, ist alles auch in Chinesisch, Malai und Tamil (die südindische Sprache) beschriftet und wenn man sich durch die Stadt bewegt, kann man alle drei Sprachen hören (also ich kann es, da ich mittlerweile raus höre, wenn jemand chinesisch spricht ;)). Alle drei Ethnien leben in Singapur friedlich nebeneinander, vermischen sich aber (aus religiösen und traditionellen Gründen) eher selten.

Singapur ist natürlich das, was jeder erwarten würde: Eine moderne Megacity mit einem gigantischen Business-District und der weltbekannten Marina Bay mit dem Hotel Marina Bay Sands („Schiff“). Ein Großteil der Marina Bay und des Business Districts wurden übrigens durch Landgewinnungsmaßnahen erst bebaubar. Das heißt, dort wo heute Hochhäuser stehen und sich der gigantische Park „Gardens by the Bay“ befindet war vor 50 Jahren noch nichts als Meer.

Singapur hat darüber hinaus aber auch viele kleinere, charmantere Nachbaschaftsviertel mit etwas mehr Charme. Obwohl die verschiedenen Ethnien nun nach einem genauen „Schlüssel“ über die Stadt versteilt leben (es also quasi keine Ghettobildung gibt), existieren die ehemaligen Siedlungen von früher immer noch und haben eine ganz bestimmte Charakteristik. So gibt es zum Beispiel Chinatown, wo man viel chinesisches Essen erhält und die Lebensmittel, die man dort auf dem Frischmarkt findet, sind an die chinesische Speisekarte angepasst. Darüber hinaus gibt es auch noch „Little India“, ein muslimisches und ein malaiisches Viertel.

Bezüglich des Essens gibt es in Singapur eine Besonderheit, die mit gut gefallen hat: In jedem Stadtteil gibt es mindestens ein sogenanntes „Hawker Center“. Das ist wie eine große „Fressmeile“, in der sich allerhand Essensstände befinden. Man kann sich aussuchen, ob man gerne chinesisch, indisch, typisch „singapurisch“ oder etwas ganz anderes essen will- und das zu günstigen Preisen. Das Angebot ist so groß, dass die Auswahl teilweise echt schwer fällt.

Hier ein paar Eindrücke aus Singapur

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